Wie kann man ein Girokonto kündigen

Laut Deutscher Bundesbank gab es im Jahr 2019 in Deutschland über 108 Millionen registrierte Girokonten. Jeder im geschäftsfähigen Alter braucht ein solches Konto, um seine Zahlungsangelegenheiten zu erledigen. Oft zahlt man jedoch zu viel Gebühren für ein Girokonto, denn die Banken lassen sich nicht selten neben der Kontoführung auch Serviceleistungen wie Überweisungen und Bargeldabhebungen vergüten. Da es jedoch auch viele Geldinstitute gibt, die ein günstiges Girokonto anbieten, lohnt sich häufig ein Wechsel. Wie Sie Ihr altes Girokonto kündigen und was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Allgemeine Infos zur Kündigung eines Girokontos

Wer mit seinem Girokonto unzufrieden ist und mit einem Wechsel liebäugelt, sollte zunächst mal wissen, dass sich dieser in den meisten Fällen wirklich lohnt, weil sich dadurch bares Geld sparen lässt. Auch vor einem zu großen Aufwand beim Wechsel brauchen Sie keine Angst zu haben, denn wenn Sie ein neues Girokonto eröffnen und das bei Ihrer alten Bank kündigen, sind die Geldinstitute gesetzlich zur Zusammenarbeit verpflichtet, um diesen Wechsel reibungslos abzuwickeln. Die Kündigung des bestehenden Kontos lässt sich schnell und einfach ausführen und ist kostenlos. Es genügt ein formloses Schreiben mit Ihrer Unterschrift, das Sie an die Bank schicken oder bei einer Filialbank am Bankschalter abgeben. Sie sollten jedoch unbedingt beachten, dass die Kündigung des Girokontos erst erfolgen sollte, nachdem Ihr neues Konto schon einige Wochen in Betrieb ist. Dadurch gewährleisten Sie, dass der Kontowechsel auch wirklich problemlos funktioniert und der Zahlungsverkehr nicht womöglich irgendwo stockt. Wurde nämlich zum Beispiel vergessen, ein Unternehmen, das regelmäßig Geld von Ihrem Konto einzieht, über den Wechsel zu informieren, erfolgt eine Rückbuchung, die mit satten Gebühren verbunden ist. Diese wird das Unternehmen in vollem Umfang an Sie weitergeben. Es lohnt sich also, mit der Kündigung des alten Kontos zu warten, bis alles einwandfrei über das neue Girokonto abgewickelt wird.

Erst ein neues Girokonto eröffnen

Bevor Sie Ihr altes Girokonto kündigen, sollten Sie ein neues eröffnen. Bei der Wahl eines passenden Girokontos sollten Sie nicht nur auf die Kontoführungsgebühren, sondern auch auf einige weitere Kostenfaktoren achten. So lassen sich zum Beispiel manche Banken Transaktionen, Bargeldabhebungen oder die Bereitstellung der Bankkarten bezahlen. Im Endeffekt ist dann das vermeintliche Girokonto-Schnäppchen vielleicht doch nicht so günstig, wie zuerst angenommen. Wichtig ist auch vor der Eröffnung eines neuen Girokontos die Bargeldversorgung zu durchdenken. Idealerweise befinden sich mehrere Geldautomaten, an denen Sie kostenlos Geld abheben können, in der Nähe Ihres Wohnsitzes. Es nützt Ihnen wenig, wenn Sie ein günstiges Girokonto haben und immer weite Wege in Kauf nehmen müssen, um zum nächsten Geldautomaten zu gelangen. Da man heutzutage aber auch häufig in Supermärkten, Drogerien etc. an Bargeld kommen kann, ist das selten ein Problem.

Ein guter Weg ein günstiges Girokonto zu finden, ist ein kostenloser Kontovergleich online. Dabei müssen Sie lediglich ein paar Angaben machen, welche Vorzüge Ihr gewünschtes Konto mit sich bringen soll. Einen Mausklick später bekommen Sie passende Anbieter und deren Konditionen fein säuberlich aufgelistet. Dabei werden auch die oben genannten Kostenfaktoren berücksichtigt, die man schnell mal übersieht. Wenn Sie also noch kein konkretes neues Girokonto im Auge haben, lohnt sich ein Preisvergleich auf jeden Fall.

Das neue Girokonto einrichten

Bevor Sie Ihr neues Girokonto einrichten können, benötigen Sie zunächst alle Unterlagen, Anmeldedaten und Bankkarten dafür. Das kann durchaus einige Tage dauern; erfahrungsgemäß versenden Direktbanken aus Sicherheitsgründen alles separat. Erst wenn der Eröffnungsvertrag unterschrieben und Sie sämtliche Unterlagen, Daten und Karten erhalten haben, können Sie das Konto nutzen. Nun werden im nächsten Schritt alle Zahlungspartner über den Wechsel informiert.

Kontowechsel vollziehen

Viele Banken locken Neukunden mit einem kostenlosen Kontowechsel-Service. Das heißt, die neue Bank kümmert sich um die Formalitäten und den Papierkram, der bei dem Kontowechsel anfällt. Aber auch wenn die Bank nicht konkret damit wirbt, muss sie im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Kontowechselhilfe mit der bisherigen Bank zusammen wirken. Innerhalb von 5 Werktagen müssen Daueraufträge umgestellt und alle Zahlungspartner über den Kontowechsel informiert werden. Damit dabei nichts schief geht, sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse mitwirken und anhand von zwei, drei aktuellen Kontoauszügen eine Liste mit den Daueraufträgen und regelmäßigen Zahlungspartnern aufstellen, die Sie der neuen Bank aushändigen. Es ist auch nicht verkehrt, dem Arbeitgeber und wichtigen Behörden wie etwa der Arbeitsagentur die neue Bankverbindung selbst bekanntzugeben. Denken Sie beim Kontowechsel auch an die Zahlungspartner, die nur jedes halbe Jahr oder einmal im Jahr Geld abbuchen, zum Beispiel einige Versicherungen oder Verlage, bei denen Sie Zeitschriftenabonnements haben. Auch bei Onlineshops wie Amazon und PayPal sollten Sie die neue Bankverbindung hinterlegen.

Überprüfen und abwarten

Egal, ob Sie den Kontowechsel-Service in Anspruch genommen oder alles selbst erledigt haben: Nachdem das neue Konto etwa eine Woche aktiv ist, sollten alle regelmäßigen Zahlungspartner über den Wechsel informiert und die Daueraufträge umgestellt sein. Überprüfen Sie nochmal, ob wirklich alle Daueraufträge umgestellt sind und warten Sie nun ein bis zwei Monate ab, in denen Sie das alte und neue Konto gleichzeitig laufen lassen. So gewährleisten Sie, dass nichts vergessen wurde.

Die Kündigung vollziehen

Die eigentliche Kündigung ist kostenlos und mit einem formlosen Kündigungsschreiben schnell erledigt. Sie können zum Beispiel schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich das bei Ihnen geführte Girokonto mit sofortiger Wirkung.

Mit freundlichen Grüßen,
...
Fügen Sie Ihren Namen, die Anschrift und die Bankdaten des Kontos, das gekündigt werden soll, hinzu. Unterschreiben Sie das Kündigungsschreiben und senden Sie es Ihrer Bank zu. Sinnvoll ist es, auch die neue Bankverbindung anzugeben, damit die Bank ein Restguthaben, sofern vorhanden, überweisen kann. Manche Banken haben für eine Kontokündigung auch ein spezielles Formular auf ihrer Internetseite.

Sollten Sie Ihr altes Konto überzogen haben, müssen Sie dies vor der Kündigung natürlich ausgleichen. Denken Sie auch daran, einen vielleicht bestehenden Freistellungsauftrag aufzulösen und lassen Sie sich eine Kündigungsbestätigung ausstellen. Mit der Kündigung verlieren auch Ihre mit dem Konto verknüpften Geldkarten ihre Gültigkeit. Um Missbrauch vorzubeugen, sollten Sie diese sachgerecht entsorgen, indem Sie sie mit einer Schere durchschneiden. So wird der Magnetstreifen auf der Rückseite zerstört und kann nicht mehr ausgelesen werden.

Wichtig: Die Kündigungsfrist, wenn Sie selbst kündigen, darf laut Gesetz nicht länger als einen Monat sein. Sollte Ihnen die Bank das Girokonto kündigen, muss die Kündigungsfrist mindestens 2 Monate betragen. Wissenswert ist in dem Zusammenhang, dass die Bank ein Girokonto in den meisten Fällen jederzeit und ohne konkreten Grund kündigen kann. Grundlos kündigen Banken jedoch in der Praxis nur selten ein Girokonto. Sie können es aber natürlich auch kündigen, wenn Sie sich etwas zuschulden kommen lassen und das Konto zum Beispiel für illegale Geschäfte missbrauchen.

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